
URSPRUNG DES WOLFSSPITZES Schon im letzten Jahrhundert waren die Naturforscher, die sich dem Studium der Ursprünge der verschiedenen Arten der Haushunde gewidmet hatten, überzeugt, daß die Lupoiden mit den morphologischen Eigenschaften, die man bei der Familie der Spitze findet, alle ihren Ursprung im arktischen Wolf haben, von dem – mit großer Wahrscheinlichkeit – alle Rassen abstammen, die sich in den nördlichen Regionen Asiens, Europas und Amerikas entwickelt haben. ![]() Die Tatsache aber, daß man uralte Spuren von Hunden, die dem heutigen Spitz ähnlich sind, in Mitteleuropa und Zentralasien gefunden hat, Regionen, die sehr weit von den arktischen und subarktischen Gebieten entfernt sind, hat der Theorie einer eigenen Entwicklung unabhängig von der den nordischen Hunden Glaubwürdigkeit gegeben. Der Standard des deutschen Spitzes, in der Prämisse, bei der Beschreibung der für die Rasse kennzeichnenden Eigenschaften behauptet, daß er vom Torfhund und vom späteren Hund der Pfahlbauten, dessen Reste von L.Rutimeyer in DIE FAUNA DER PFAHLBAUTEN (Basel 1861) untersucht wurden, abstammen. Die Beobachtungen der ans Licht getragenen Schädel, die Rutimeyer und später von anderen wie M. Hilzheimer durchgeführt wurden, haben diese Theorie verstärkt. In der zweiten Hälfte der beginnenden Steinzeit fand man bei den Hunden des Torfzeitalters bemerkenswerte Veränderungen. Gegen Ende dieser Zeit werden sie regelrechte Rasseneigenschaften. Schon in dieser Periode ist der Mensch Hundezüchter und in seiner Selektionsarbeit bemerkt man zwei Tendenzen: einerseits die Bildung immer größerer Arten, andererseits immer kleinerer Tiere. Somit bildeten die Sumpfhunde, deren Reste man in den Siedlungen Mittel- und Südeuropas gefunden hat, regelrechte Rassengruppen, die von einem gemeinsamen Typus gekennzeichnet waren, wie er die Spitze, die man in breiten Gegenden gefunden hat, die entfernt oder höchstens angrenzend mit dem hohen Norden, mit dem es keine Verbindungen gab, waren.
Außer in Europa fand man Zeugnisse der uralten Anwesenheit der Spitze in Zentral-, Süd- und Ostasien bis zu den Inseln des Pazifiks und im Westen bis Madagaskar. Es steht fest, daß sie bei den alten Ägyptern bekannt waren. Max Siber hat ihre Anwesenheit im Zentrum Afrikas gefunden. Siber fand auch einen spitzähnlichen Hund auf Sumatra. Der chinesische Chow-Chow hat die gleiche Abstammung, er hält, obwohl mit einigen Veränderungen, die Form des Pfahlbautenhundes. Wir finden ihn auch auf einer Vase aus Athen vom Jahr 400 v. C. abgebildet. Eine weitere Spur wurde in einer Figur aus der mykenischen Epoche gefunden, die man auf ein halbes Jahrhundert vor Christus datiert hat. Die Untersuchung der Knochen und die Beobachtung der Abbildungen, die als Gemälde oder Skulpturen mindestens 3000 Jahre alt sind, lassen schließen, daß der Spitz der Torfzeit Jahrhundert nach Jahrhundert unverändert geblieben ist, bis er der Stammvater der uns heute bekannten Rassen geworden ist. Alle Tierforscher sind sich einig, der Spitz ist eine der ältesten Rassen der Welt.
GEUCHICHTE des Wolfsspitzes Wir haben keine handfesten Beweise über den Ursprung des Wolfsspitzes. Unter alle Spitzen, die ausschließlich für die Jagd gezüchtet wurden, ist er der einzige, der dafür keine besonderen Merkmale aufweist. Er wurde nämlich nie dafür benutzt sondern lediglich für die Wache. Folgendes wurde von Anne Burnett, Fachfrau der Rasse, verfasst:
Bevor man den Wolfsspitz den deutschen Rassen zugeordnet hat, wurde er für lange Zeit zu den holländischen Urrassen gezählt, wo er „Keeshond“ genannt wurde und als ein nationales Emblem betrachtet wurde, so daß die niederländischen Hundefreunde sich ohne Erfolg gegen den Nationalitätswechsel gestellt haben. Es scheint, daß der Name mit dem diese Rasse in Holland benannt wurde (und noch heute so benannt wird) von William Cornelis van Gijselaaer abstammt, der von seinen Anhängern mit dem Kürzel Kees genannt wurde. Er führte im siebzehnten Jahrhundert die aufrührerischen Holländer gegen das Haus Oranien an. Er besaß einen großen grauen Spitz, der ihn nie alleine ließ, auch nicht während der Kämpfe. So wurde der Spitz von Kees, im Gegensatz zum Mops, der von Willhelm von Oranien beliebter Hund, das Symbol der Patrioten. Leider hat die Niederlage der Patrioten der Rasse sehr viel geschadet, weil viele Besitzer von Wolfsspitzen, um zu vermeiden, als Mitglieder der geschlagenen Gruppe der Rebellen anerkannt zu werden, diese aus Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen haben umbringen lassen. Glücklicherweise blieben Landbewohner, dank der Entfernung von Wohngebieten, und einige Schiffskapitäne und reisende Händler, wegen ihrer Tätigkeit, der Rasse treu, die ein Jahrhundert später wieder beliebt wurde. Der Wolfsspitz war unter den Schiffsleuten sehr verbreitet, da er sie wegen seiner Größe und seiner Derbheit auf den Reisen auf dem Rhein begleiten konnte und dabei einen besonders guten Wachdienst leistetet. Wegen dieser Tätigkeit wurde er auch „DUTCH BARGE DOG“ genannt, d. h. Hund der holländischen Frachtkähne. Am Anfang des Jahrhunderts nahm der englische Oberst Digby, der von der Schönheit und Lebhaftigkeit dieses Hundes angetan war, ein Paar nach England mit. Die regelrechte Züchtung der Rasse begann jedoch einige Jahre später mit einigen Tieren, die von Winfield Digby und Alicia Gatacre eingeführt worden waren. Die in England geborenen Tiere hatten ihr Debüt auf der Ausstellung von Birmingham von 1923 und, 1926 wurde der Klub gegründet. Seit dem wurde die Rasse ständig verbessert. Die faszinierende Persönlichkeit dieser Hunde als Gesellschafts-, Wettbewerbs- und Nutztiere führte zur Verbreitung dieser Hunde in der ganzen Welt. |
